Dinge die man nie vergisst
Natürlich geht’s vorm Wochenende noch mal um die wichtigste Nebensache der Welt. Gestern haben die Bayern ja schon für einen völlig überraschenden Adrenalinschub gesorgt, und das obwohl ich auf nationaler ebene die Bayern gar nicht mag. Aber einem Olli Kahn – der mich optisch eher an den großen Siegfried erinnert – so außer Rand und Band zu sehen, dass hatte doch schon was. Und international halte ich sowieso immer zu den Deutschen, allein schon um die Zahl der Quali-Plätze zu halten bzw. zu erhöhen.
Das wollte ich aber gar nicht sagen, sondern – und die Überschrift deutet es an – dass es Momente im (Fußball)Leben gibt die man nicht vergisst. Dazu gehört unter anderem das Verhalten der Cottbuser in den Aufstiegsspielen gegen 96, ich sag nur der letzte macht das Licht aus. So etwas vergisst man nicht, nicht wenn das Herz an den Roten hängt.
Aber ich habe noch ein anderes Erlebnis, und jetzt bekommt dieses Posting auch ein hauch von Aktualität. Ich war damals ca. sieben Jahre alt und mein Vater nahm mich das erste Mal mit ins Niedersachsenstadion. Ich glaube jeder wird mir Recht geben, wenn ich sage welch wichtiger Moment es für eine Vater-Sohn Beziehung ist. Jedenfalls spielte Hannover gegen die Frankfurter Eintracht, und was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, die Karten die wir gerade käuflich erworben hatten lagen direkt unter dem Frankfurter Gästefanblock. Es waren 90 Minuten Angst! Angst einen Becher an die Rübe zu bekommen, Angst von einem vorbeistürmenden Fan in Grund und Boden gerammt zu werden, halt einfach die nackte Angst. Mein Vater tat sein möglichstes um die Situation zu entschärfen, er wäre dabei fast seinerseits verprügelt worden. Ich habe mich danach fünf bis sechs Jahre nicht mehr ins Stadion getraut. Diese Jahre hat mir die Eintracht geklaut. Jahre meiner Kindheit, die ich mit Begeisterung hätte im Stadion verbringen sollen. Ich bin deswegen nicht mehr Sauer, ich werfe auch keinem Frankfurter was vor, die Frau am Kartenverkauf hätte Vater und Sohn ja auch an eine etwas charmantere Stelle setzen können. Aber so funktioniert halt der Fußball nicht, so was bleibt immer im Kopf. Deswegen erwarte ich von den Roten morgen einen ganz klaren und deutlichen Sieg. Einfach weil es für mich ein Stück Genugtuung ist, wenn die Eintracht leidet. Is nichts persönliches!











