Nummer 15

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Vorglühen

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Als ich diesen Artikel gelesen hatte. Ich fühlte mich sofort an ein Erlebnis erinnert, dass ich vor circa 4 Jahren hatte. Ein Freund von mir Arbeitete für die Stadt Bad Nenndorf, im Zuge dessen musste er die örtliche Dorfdisko unter seine kompetente Lupe nehmen. Es ging glaube ich darum, ob die Boxen richtig gesichert sind, Notausgänge offen und der ganze kladderradatsch. Diese Überprüfung sollte geheim und im normalen Betrieb vorgenommen werden.

Jedenfalls begleitete ich Ihn, weil Hannover nicht so weit entfernt ist, es in so einer Großraumdisko alleine zu langweilig ist, und skurrile Abende schon immer mein Ding waren. Wir wollten also rein in den Laden, waren aber viel zu früh da, was daran zu merken war, dass der Laden noch nicht auf hatte. Also kauften wir uns an der Tankstelle ein paar Bier, setzten uns auf den Parkplatz und taten – später fühlten wir es auch – als ob wir siebzehn waren.

So gingen wir also als Gäste fünf und sechs hinein. Die Örtlichkeit erinnert uns aber weniger an eine Gorßraumdittsche, sondern eher an eine prollige Dorfkascheme, die weniger den Namen Q-Palace verdient hatte. Ich glaube solche Läden nennen sich „Appelbaum“ oder „Schwarzbrennerei“.

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, wir waren zu dieser Zeit erst im Vorhof der Hölle. Dies sollten wir merken, als – wir konnten von unserm Platz den Eingang beobachten – immer mehr Menschen herein kamen, unser Kneipchen aber nicht voller wurde.

Als wir geschätzte 500 Menschen reinkommen sahen, um uns herum aber nur ca. 100 Personen anwesend waren kamen wir ins Grübeln. Irgendwie muss hier noch was sein. Also haben wir die Bedienung einfach mal gefragt, ob das hier noch weitergeht, nachdem wir noch zwei Bier und zwei Apfelkorn bestellt hatten. Ich sag ja, wir wollten wieder siebzehn sein.

Die Bedienung konnte sich ein lachen nicht verkneifen „Ja klar, geht mal nach hinten durch. Hier sitzen nur die Spacken“. Na vielen Dank, und das müssen wir uns von na Dorfschnalle mit Arschgeweih, Brustwarzenpiercing und einer hauptberuflichen Beschäftigung als Dorffriseurin sagen lassen.

Wir haben also ausgetrunken, und das zwar sehr schnell, wir wollte schließlich weg von dieser Mandy. Hatte sie uns noch hinterher gerufen „Seit wohl nicht von hier?“ „Zum Glück“ murmelte ich. jetzt kam der Moment – und diese ist auch der Grund, warum mich der oben genannte Artikel inspiriert hat – in dem wir in die Hölle einmarschierten. Ein Lange roter Gang, man fühlte sich an eine Enddarm erinnert, führte in ein Halle. Was sage ich, ein überdachtes Fußballstadion, auch vom Niveau. Ich habe keine Ahnung wie viel Gestörte hier waren, 800 oder gar 1000? Es tobte die Lasershow, aus dem Boxen dröhnte, genau, Scooter. DüpDüpDüp DeDüDüp DüpDüp, schallte es aus dem dorfigen Brei in Richtung DJ. In dem Moment wusste ich, wo H.P. seine Zielgruppe versteckte. Ich dachte nur „scheiße, meinen die das vielleicht doch ernst?“ Eigentlich kaum vorstellbar. Ich dachte immer, das sind Clowns, Spaßmacher.

Wir tranken jedenfalls noch relativ zügig ein paar Biere nach, um unser ebenfalls zügigen anrauschenden Zug nicht zu verpassen. Den letzten wohlgemerkt, der uns in unsere Heimat brachte. Und hier ereignete sich das eigentliche Highlight des Abends.

Gespräch an der Info/ Notrufbox der Deutschen Bahn zwischen dem DB Info- und Sicherheitsbeauftragten und zwei alkoholisierten Jugendlichen.

„Guten Abend, warum haben sie den Notrufknopf gedrückt“

„Haben wir nicht, man! Wir haben auf Info gedrückt“

„Nein, habt Ihr nicht. Ich sehe das doch hier“

„Erzähl nicht, das war ganz klar der Info-Knopf“

„Was wollten Sie denn?“

„Wissen wann der Zug kommt“

im Hintergrund waren gerade die Bremsen des eintreffenden Zuges zu hören.

„Der fährt gerade ein“

„Ach, da ist er ja. Vielen Dank“

„Ja, ja“

So ließen wir also mit vielen neuen Erlebnissen im Gepäck, Dorf Dorf sein. Als wir uns wieder in Hannover befanden, sollte die erste Station der Eve-Club sein, klein, überschaubar, und die Musik schon altmodischer Diskosound. Hier war hundertprozentig kein Platz für Scooter, was irgendwie sehr beruhigend war.

via Spreeblick;

Written by nilsn

8 April, 2008 um 12:01

Veröffentlicht in Populäres

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