Nummer 15

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König Alkohol

with 2 comments

…Journalisten wie ihr, die trinken doch kaum noch – ihr schreibt doch nur noch über das Trinken. […]

Schumann in einem Interview mit dem Playboy.

Besser als andersrum, denke ich da. Und muss im gleichen Zug an „Tender Bar“ von J.R. Moehringer denken. Dürfte ja – da ein echter Bestseller – vielen in die Hände gekommen sein. Ich habe selten ein besseres Buch gelesen, der Preis für Ehrlichkeit und Authentizität ist Ihm damit auf jeden Fall sicher.

„Ich fragte Ihn, was wäre, wenn meine Mutter mich nicht mehr an mich erinnern könnte. Er sagte, er sei sich nicht sicher, was ich meinte. Ich wusste es selbst auch nicht. Vermutlich wollte ich einfach nur wissen, wer ich war, wenn meine Mutter mich nicht mehr erkennen würde.“ Tender Bar (J.R. Moehringer)

Ein Buch das nicht dem Alkohol lobt, sondern schlicht die durchaus poetische Umgebung in der er getrunken wird. Weil die Bar und deren Gäste ein Hafen sind, ein Hafen der einen immer wieder aufnimmt, und das ohne zu fragen warum man so lange nicht mehr da war. Das ganze wird aber mit einer Leichtigkeit erzählt, die nun mal typisch für Kneipen und deren Rituale ist.

„Ein anderer streckte seine Hand aus und berührte mit seinem Zeigefinger den von Onkel Charlie, eine Nachahmung von Michelangelos Erschaffung Adams. Bestimmt gab es nicht allzu viele Bars auf der Welt, dachte ich, in denen jemand eine Szene von der Decke der Sixtinischen Kapelle nachspielt, wenn er ein Amstel Light wollte.“ Tender Bar (J.R. Moehringer)

Was bleibt nun aber übrig? Für mich die Erkenntnis, das Alkohol wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft ist. Eine Gesellschaft die eher die verachtet, die nicht trinken. Insofern tun die Worte eines bekannten Gastronomen wie Schumann gut, der Alkohol und Zigaretten nicht mit Männlichkeit gleichsetzt. Denn wenn wir das weiterhin tun, brauchen wir uns nicht wundern, wenn die nachkommenden Generationen Ihre erste Alkoholvergiftung mit 15 Jahren hatte, und ich früher im selben Alter noch mit Autos im Sand gespielt habe. Was bleibt, ist aber auch, das Alkohol und Literatur so nah zusammenstehen wie Manchester United und Alex Ferguson.

Written by nilsn

22 Mai, 2008 um 15:00

Veröffentlicht in Books, Life

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2 Antworten

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  1. dAS MIT 15 jAHREN UND aLK GIBT ES DOCH SCHON:

    thewritingfranz

    22 Mai, 2008 at 19:43

  2. Stimmt, aber m.E. hoffentlich noch kein Phänomen der Masse.

    nilsn

    23 Mai, 2008 at 01:30


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