Nummer 15

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Funktionieren Corporate Blogs?

with 5 comments

Die Frage in der Überschrift kann natürlich so nicht einfach beantwortet werden. Erstmal sollte man ja wissen, wie man „Funktion“ definiert. Dann spielt auch die Unternehmensgröße, sowie die Produkte, die man verkauft, eine Rolle. Aus aktuellem anlas, nehmen wir mal den Daimler Blog.
Was will man mit dem Unternehmensblog erreichen. Eine Verbesserung der Verkaufszahlen wird wohl nicht das Ziel sein, vielmehr ist anzunehmen, dass man sich zwei Ziele auf die Fahne geschrieben hat. Interne und externe Kommunikation, die Marke soll für Mitarbeiter und potentielle Kunden erlebbarer werden, ein Gesicht bekommen.

Nur wie erreicht ein man dieses, gerade in einem Konzern, der wahrscheinlich schwerer zu steuern ist, als ein Tanker. Die Antwort ist offene Kommunikation, wenn ich dazu nicht bereit bin, wozu dann der Blog?
Dann kann ich auch weiter auf meiner Homepage PI’s veröffentlichen, und diese an Zeitungen, Medienporatale und Blogs schicken. Doch zumindest bei letzteren wird das nicht besonders gut angenommen werden (siehe z.B. Herrn Knüwer), was nicht zuletzt an der Form liegt.

Ein kurzer Exkurs: Während meines Volontariates in einer PR Agentur, habe ich immer wieder festgestellt, was die schwächen einer Presseaussendung sind. Die Verteiler sind oftmals ungenau und/ oder veraltete, Falsche Ansprechpartner sind da nur ein Manko. Auch der Text kommt schon so rüber, als ob er sagen möchte Ich bin ein Serienbrief. Hinzu kommen noch die zeitlichen Barrieren, zuviel Zeit möchte man für einen Kunden ja nun auch nicht aufwenden. Was in anbetracht der Honorarhöhe teilweise auch nur bedingt zu kritisieren ist.

Aber zurück zur eigentlichen Geschichte. Beim Werbeblogger wurde das neue Soundlogo von Mercedes kritisiert, und kommentiert, und kam letztlich nicht allzu gut weg. Dies zog natürlich seine Kreise in der Blogsphäre. Wie nun der Daimler Blog darauf reagiert, zeigt deutlich, wie man mit solche Kritik bestenfalls umgehen sollte. Keinen erklärenden PI’s, kein PR-Serienbrief-Gewäsch, sondern klar und ehrlich im Blog Stellung bezogen. Auf die Kritiker wurde auch verlinkt, und die sind begeistert, nicht vom Soundlogo, aber von der Reaktion.

Ist halt was anderes, ob man angeschrieben wird, in der Hoffnung, dass der jeweilige Blogger selber was schreibt, oder ob man einfach als Teil der Blogsphäre angesehen wird. Heraus kommt dann eine sachlich Diskussion, und ein großes DAX Unternehmen hat allen anderen gezeigt, wo in der modernen Unternehmenskommunikation der Hammer hängen kann.

So „funktionieren“ Corporate Blogs. Wer keine Lust hat, auf eine offene Diskussion, der sollte lieber weiter Briefe schreiben, oder Faxen. Aber nicht bloggen, weil man das halt so macht.

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Written by nilsn

1 August, 2008 um 10:36

5 Antworten

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  1. Corporate Blogs funktionieren, wenn die Unternehmensphilosophie stimmt. Es ist nicht einfach die Zusammenhänge darzulegen, denn auch die Corporate Culture ist ein wichtiger Einflussfaktor.

    Die Bedeutung der Blogs sehe ich aber nicht nur in der externen (PR) Kommunikation, viel wichtiger ist der interne Wissenstransfer. Mitarbeiter kommen ungesteuert und frei miteinander ins Gespräch, es finden sich Interessengruppen und bestenfalls entstehen Kompetenznetzwerke die völlig frei und unabhängig sind, über Abteilungen, Market und Business Units hinweg. Da liegt mMn der eigentliche Gewinn.

    elcario

    1 August, 2008 at 10:58

  2. @elcario
    Vollkommen richtig. Kurz nach dem Start des Daimler-Blogs im Oktober letzten Jahres ging ein internes CIO-Blog an den Start. Zudem sind meines Wissens auch schon über 100 Wikis im Konzern am Start. Es tut sich also was.

    uknaus

    1 August, 2008 at 11:37

  3. @elcario: Schön gesagt, stimme ich zu 100% zu, wenn die Mitarbeiter sich darauf einlassen geht so einiges. Und wenn ich @uknaus glauben schenke (warum auch nicht ;-)) sprechen ja 100 Wikis und ein interner Blog für sich.

    Mir ging es primär um externe Kommunikation, und da krankt es in Punkto Blogs und der Art und Weise teilweise noch recht stark.

    nilsn

    1 August, 2008 at 14:41

  4. Ja, es ist eine Frage des Dialoges und wie viel Diskussion man zulassen möchte/kann. Aber nicht nur da krankt es, allein schon die Anzahl der deutschen Unternehmensblogs ist erbärmlich.

    uknaus sagte ja, dass es einen CIO Blog gibt. Schön und gut, aber eigentlich sollte jeder Mitarbeiter die Möglichkeit haben, vom Fließbandarbeiter bis zur Sekretärin. Nur dann kommt so richtig die Stärke er losen Bindungen zum Tragen. Natürlich braucht all dies Zeit und ist wohl noch Zukunftsmusik.

    (Nachzulesen in „Enterprise 2.0, die Kunst loszulassen“)

    Ich kenne aus eigener Erfahrung auch Energiekonzerne, in denen die Mitarbeiter für den Wissenstransfer nicht Wissen was ein WIKI ist… nun ja, it depends…

    elcario

    1 August, 2008 at 14:57

  5. […] Prinzip habe ich über genau diese Thematik schon geschrieben (Funktionieren Corporate Blogs?), auch zu beachten die Kommentare von elcario. Da wird eines sehr deutlich: Es gibt einen großen […]

    Enterprise 2.0 « Nummer 15

    13 August, 2008 at 10:54


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