Nummer 15

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Das Sterben der urbanen Kultur

with one comment

hannover_bahnhof

Ein Gedanke wartet die ganze Zeit darauf in Text gegossen zu werden, ein Gedanke der mit sehr viel Emotion verbunden ist. Es geht, die Überschrift deutetet es an, um den Niedergang der urbanen Kultur am Beispiel meiner Heimatstadt Hannover. Nun sagen böse Zungen wahrscheinlich: Urbane Kultur in Hannover, was soll da sterben?

Daher ein paar einleitende Worte über die Stadt die ich so liebe. Hannover ist durchschnittlich groß, und durchschnittlich schön im Vergleich mit unseren anderen deutschen Städten. Und da ich wahrscheinlich ein durchschnittlicher Typ bin, passe ich so gut hier her. Auf jeden Fall kann Hannover wahrscheinlich als gutes Beispiel für die deutsche Durchschnittsstadt dienen, also das deutsche Ohio (danke für diesen grandiosen Vergleich). Es darf also auch jeder Nichthannoveraner weiterlesen.

Nun aber zur Sache: Hannover hat jetzt auch eine Einkaufsmall, die Ernst-August-Galerie. Oberflächlich betrachtet könnte man jetzt sagen, es wurde alles richtig gemacht. Sieht sie schließlich von außen, man ahnt es bereits, durchschnittlich aus. Aber das ist nicht das Problem, es ist vielmehr die Lage. Mitten in der Innenstadt am Hauptbahnhof gelegen, am Rande des Bahnhofsvorplatz. Und glaubt man der Wikipedia kommt genau diesem eine besondere Bedeutung zu. Eine andere als dieses kapitalistische Monstrum auf mich hat.

Es geht darum ein Tor zur Stadt darzustellen, ein Tor durch das man vielleicht gerne tritt um die Stadt ein wenig zu erleben. Um Cafés, Bars und Pinten zu besuchen, durch Läden und Galerien zu schlendern. Menschen, Künstler, Straßenmusiker zu erleben. Obdachlose und Punker zu sehen. Auf Marmor und löchrigem Asphalt zu gehen, vorbei an Brunnen und an Urinseen. Das ist mein Verständnis von urbaner Kultur. Genau das fördert diese Mall aber nicht. Sie ist ein geschlossener und dekadenter Ort, ein Ort der nichts mit der Stadt zu tun hat. Mit dem Auto ins Parkhaus, Shoppen, in einem Massenabfertigungscafé noch schnell die Latte geschlürft, dann aber ab nach hause.

Es geht mir auch nur in zweiter Linie darum, ob andere Geschäfte dadurch Umsatzeinbrüche haben. Ich kann das auch nicht beurteilen. Es geht mir darum, dass ein geschlossener Ort entsteht, wo eigentlich das Leben toben sollte. Baut das Ding meinetwegen etwas außerhalb, an irgendeiner großen Ausfallstraße. Aber lasst die Innenstadt von solchen Bauten verschont.

Du kannst nichts dafür, aber du bist schrecklich und gesichtslos. Und ich sehe dich, wenn ich aus dem Fenster schaue, ich hab den Feind vor Augen.

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Written by nilsn

5 November, 2008 um 16:21

Veröffentlicht in Life

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Eine Antwort

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  1. Ich stimme dir zu. Mir war dieser Konsumtempel ohnehin schon von Anfang an suspekt. Es ist zu hoffen, dass der Kröpke und die von ihm ausgehende Fußgängerzone nun nicht an einer Entlebung zu leiden hat.

    Tobias

    13 November, 2008 at 16:45


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