Nummer 15

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Resümee einer Unterhaltung

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Auf der Geburtstagsfeier meiner Mutter traf ich auf einen Gesprächspartner, der ebenso alt wie unterhaltsam war. Thematisch drehte sich dieses Gespräch über die Information, die Bildung, und die Rolle der Medien und der Schule.

Er erzählte dann von einem Freund, der sein Rentnerdasein damit verbringt, seine archivierten Zeitungen – wie Loriot in Papa ante Portas – seit 1945 in chronologischer Reihenfolge noch einmal zu lesen. Er ist wohl etwas schneller als die Zeit, ließt also fast zwei Zeitungen pro Tag, wird aber auch bei bestem Willen und Gesundheit nicht mehr bei der tagesaktuellen Ausgabe ankommen.

Mein Gesprächspartner konsumiert zwei Tageszeitungen, eine Wochenzeitung, und mehrere Magazine. Stellt sich aber mehr und mehr die Frage nach dem Warum? Er fragte sich, ob er als bestinformierter Mensch der Welt sterben solle?

Ist es also ratsam, sich in seinem Leben mit soviel Information zu beschäftigen, soviel Wissen aufzubauen? Vor allem dient es ja erst mal keinem höhern Zweck, lässt sich auch eher schwerlich Monetarisieren. So kann ich auch Menschen gut verstehen, die keine Lust haben sich mit allem zu beschäftigen, überall auf dem neuesten Stand zu sein. Ich kann gut verstehen, wenn man sich anderen Dingen widmet.

Man kann diese Frage aber auch aus einer anderen, einer philosophischeren Sicht angehen. Ist es nicht Sinn und Zweck zu verstehen, warum Dinge so sind, wie sie sind? Ist es nicht ratsam, Literatur aus vergangenen Tagen zu lesen, um zu verstehen aus welchen Motiven gehandelt wurde? Ist es nicht die Vergangenheit, die uns den Weg in die Zukunft zeigt?

Man kann sehr weit ausholen, abschweifen, Sinnfragen stellen. Ich bin der festen Überzeugung, man kann Menschen in solchen Fragen nur schwer beeinflussen. Man kann ihnen Wege zeigen, sie versuchen zu inspirieren. Ein leidenschaftlicher Lehrer ist da ein guter Anfang, ein zentrales Abitur der falsche Weg. So schafft man Standards, vielleicht eine Vergleichbarkeit, man weckt aber eher kein Interesse.

Letztlich muss der Konsum eines Textes, eines Buches, einer Dokumentation jedweder Art einem exakt so viel Freude bereiten, dass man es nicht aus Pflichterfüllung macht, sondern aus Interesse und Spaß. Ich lese gerne, aber auch nur was ich möchte. Schlechte Bücher, Artikel, Postings, Sendungen werden beiseite gelegt.

Ich denke, es gibt keine Antworten, die eine allgemeine Gültigkeit haben. Aber gerade das Internet bietet uns alle Möglichkeiten, unsere Interessen zu verfolgen. Spiegel Online ist genauso weit entfernt wie YouPorn, Tucholsky genauso erreichbar wie der Kicker. Die Entscheidung muss dann jeder selber treffen.

Written by nilsn

15 Januar, 2009 um 01:47

Veröffentlicht in Life, Medien

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