Nummer 15

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Reichweitenillusion

with 9 comments

Ich muss noch mal die ein oder andere Beobachtung über Twitter loswerden, was aber weniger ein großes Aufregen ist, eher ein neutrale Betrachtung. Ich stelle in letzter Zeit immer wieder fest, dass Leute mir nur followen um selber einen Follower mehr zu bekommen. Es ist schon etwas befremdlich, wenn diese Accounts es drei Mal in einem Monat versuchen. Wenn ich jemandem nicht folge, ist es in keiner Weise böse gemeint. Ich habe da auch keine festen Regeln, Bauchgefühl und erster Eindruck zählen bei mir. Ist die Timeline interessant oder gar relevant für mich? Aus dem selben Grund bin ich auch keinem Böse, der mir nicht folgt. So ausgewogen wie meine fast gleichen Zahlen aussehen, ist das Verhältnis zwischen folgen und verfolgt werden bei mir nicht. Was man übrigens sehr schnell bei friendorfollow.com prüfen kann.

Ein weiterer Anstoß für diesen Artikel ist ein Gespräch auf der CeBIT. Dort wollte mir jemand erzählen, es wäre ein leichtes eine große Anzahl an Followern aufzubauen, denen man dann seine Produkte und Links anbieten kann. So wollte er seine fehlende Bereitschaft begründen, Geld für Social Media Werbung auszugeben. Ich halte es für einen großen Irrtum, eigentlich sogar für kompletten Nonsens. Was ich wie folgt begründe.

Die Followerzahl hat nur eine sehr begrenzte Aussagekraft, da sie keine Rückschlüsse auf Klicks (wenn ein Link gepostet wurde) zulässt, und schon gar nicht auf die Views der einzelnen Tweets. Was an dem fehlendem Wissen liegt, wie aktiv die einzelnen Twitteraccounts sind. Ist er nur Sender, redet er nur mit tatsächlich Bekannten, möchte er selber nur seinen Content anbieten, oder schaut er nur alle zwei Tage rein. Alles liegt völlig im Dunkeln.

Ändern kann man dieses nur durch den Aufbau eines – im wahrsten Sinne des Wortes – ernsthaften Netzwerkes. Zahlen sind Schall und Rauch, was hingegen zählt ist der echte Austausch, der Spaß an der Kommunikation. Und nur das wird Twitter auch nachhaltig einen Sinn geben.

Doch sollte man eines nicht außer Acht lassen. Steigt die Zahl der Follower, steigt auch die Reputation des Accounts, letztlich also auch der Person oder des Mediums. Was wiederum zu mehr Followern führen kann. Das einzige was man dagegen tun kann, ist dieses Spiel nicht mitzuspielen.

Written by nilsn

8 April, 2009 um 10:49

9 Antworten

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  1. sehe ich genauso. nur leider ist das vielen unternehmen nicht klar. erst gestern musste ich mir von einem kunden anhören, dass er nicht zufrieden ist mit der follower zahl – das kann er dem vorstand nicht zeigen. dabei bringt es nichts wie wild zu followen um follower zu bekommen. man muss darauf achten wem man folgt und man muss gut kommunizieren. mittlerweile läuft es in diesem fall so gut, dass die follower dann von alleine kommen, die man natürlich zurück folgt. aber das kann nichts kurzfristiges sein, sondern muss langfristig gesehen werden. innerhalb von wenigen monaten tausende follower ist einfach unseriös.

    Susanne

    8 April, 2009 at 12:35

  2. Bin ich mit down.

    Zum Glück kann man auch User blocken.🙂

    MC Winkel

    8 April, 2009 at 12:58

  3. Ich befürchte, dass sich bald mit derartig hochgepushten Accounts ein reger Handel entwickeln wird. 1.000.000 Follower? Passt! Nehmen wir …

    Leon Caverne

    8 April, 2009 at 14:12

  4. Genau aus dem Grund habe ich bisher jedem Unternehmen davon abgeraten, sich auf Social Marketing und speziell Twitter einzulassen. Sie wollen einfach zu schnell Erfolge sehen und haben das mit der Nachhaltigkeit einfach noch nicht verstanden. Bloß weil es relativ billig ist, heißt das eben nicht: „Kann man ja mal ausprobieren.“ Es ist eben kein Experiment, daß man bei Nichtgefallen wieder beenden kann. Denn wenn man damit wieder aufhört, kommt das bei den (auch potentiellen) Kunden meist schlechter an, als hätte man das gar nicht erst gestartet.

    drikkes

    8 April, 2009 at 14:22

  5. Ich hab dieses krampfhafte Suchen nach „followern“ auch nie verstanden. Hab nur eine Hand voll (oder gut, vielleicht ein paar Hände, aber wirklich nicht viele) und damit überhaupt kein Problem. Außerdem: Auch „nicht-follower“ können meine tweets lesen und ich hab schon von so manchem User, der mir nicht folgt, hilfreiche Tipps erhalten. Finde dieses ständige Wettbewerbsdenken in allen Lebenslagen ohnehin anstrengend…
    Liebe Grüße aus Wien,
    Kathiza

    Kathiza

    8 April, 2009 at 20:22

  6. @all: Danke euch für die interessanten Meinungen, Einblicke und Erfahrungen, leider wird sich die Gegenseite hier nicht zu Wort melden (geht auch Anonym, ich verpetz keinen).

    nilsn

    9 April, 2009 at 09:48

  7. Was mich vor allem interessieren würde: Was hat man davon? Was bringen einem viele Follower? Ich gehe mal davon aus, dass meine wenigen Follower das lesen, was ich zwitschere und es sie ab und an auch interessiert. Das ist für mich persönlch zumindest mehr wert als Hunderte, Tausende Follower, die überhaupt kein Interesse an meinem „Gezwitschere“ haben…

    Kathiza

    9 April, 2009 at 11:45

  8. […] Was jetzt für mich wie ein ständig wiederkehrendes Mantra klingt, verdient es aber gerade im Anfangstadium ständig wiederholt zu werden. Weil die Social Media Dienste keine Spielwiese sind, wie auch dieser Satz aus dem Kommentar von Drikkes zeigt: Sie wollen einfach zu schnell Erfolge sehen und haben das mit der Nachhaltigkeit einfach noch nicht verstanden. Bloß weil es relativ billig ist, heißt das eben nicht: “Kann man ja mal ausprobieren.” Es ist eben kein Experiment, daß man bei Nichtgefallen wieder beenden kann. (ganzer Kommentar). […]

  9. […] Followe, macht es mehr und mehr Spaß. Übrigens verweise ich an so einer Stelle immer wieder auf diesen Artikel, weil ich doch ein zumindest differenzierteres Verhältnis zu den Zahlen habe. Jedenfalls habe ich […]

    Twitterhype « Nummer 15

    26 Juni, 2009 at 13:29


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