Nummer 15

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Alte Liebe

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Es ist jetzt ziemlich genau 20 Monate her, da ich meinen heimatlichen Wohnort von Hannover nach München verlagerte. Gute Wahl! mag man pawlowsch bellen und genauso reflexartig anführen, dass Hannover ja wohl die hässlichste Stadt der Welt sei, was man ja spätestens seit Harald Schmidt weiß – der ja ausgewiesener Experte der Nordmetropole ist.

Ob das jetzt alles stimmt ist eigentlich egal, weil man Städte nicht erklären sondern nur erleben kann. Selbst ein Städtetrip über ein kurzes Wochenende reicht nicht wirklich aus, um zu wissen, wie das Leben dort ist. Jeder hat sein eigenes Bild im Kopf, interpretiert Wandmalerei und Ruinen als urbane Schönheit oder eben als profan und hässlich.

Doch eine Waffe hat jede Stadt in der Hinterhand, nämlich ihren Fußballklub. Denn wer kennt eigentlich Bremen, also die Stadt? Aber schön muss sie sein, so wie die da Fußball spielen oder vielmehr gespielt haben. Berlin fungiert hier übrigens als Ausnahme von der Regel, wenn ich das mal einräumen darf. Aber auch beim Gedanken an Hannover verknoten sich die Gedanken? Was machen die denn in der Tabelle da ganz oben und warum nur schon so lange? Und warum sagt man die Roten und nicht die Grauen und sind die nicht eigentlich grün? Egal, macht die Stadt jetzt auch nicht schöner…

Nur mir bringt es die Heimat ein Stück Richtung Süden. Wenn ich fünf Minuten vor Anpfiff des Jahrhundertduells in der Euro League zum Münchner Wirt gehen muss und er auf Nachfrage sagt, er könne mir das Spiel ja auf der kleinen Leinwand anmachen. Und dann sitzt man da, mit drei mehr oder minder interessierten Menschen, die jahrelangen Fußball der Bayern im Kopf haben – dann beim Anblick des Spiels nur verstört Richtung Leinwand blicken. Die wissen nicht wie es früher war, als wir uns zu einem Remis gegen Bochum oder Bielefeld rumpelten. Die wissen nicht, wie es war, als mit Robert Enke ein Stück aus jedem Hannoveraner Herz gerissen wurde. Kennen nicht die Tränen der Spieler, die aus der restlichen Saison, die einen selber mit weinen ließen. Kennen nicht die Absurdität, wenn ausgerechnet Mike Hanke uns im letzten Spiel zum Klassenerhalt schießt – Verdammt, ausgerechnet Hanke!

Und dann steht man zwei Jahre später da, in der 75 Minute, hat den Stuhl zum Wurfgeschoß umfunktioniert, weil Schlaudraff gerade derartig von einem Sevillano von den Beinen geholt wurde, dass man den Pfiff schon hört, er aber einfach nicht kommt. Dann geht der bange Blick zum Linienrichter, der betroffen und verschämt auf seine schlaffe Fahne schaut, weil er sich erwischt fühlt, beim nicht Aufpassen. Aber sie bleibt unten, die verdammte Fahne – kein spätes Geschwenke. Ein angereichtes Bier kann mich von verursachten Sachschäden bewahren, so bleibt es bei lauten Würfen von fäkalen Vokabeln.
Es folgen anstrengende Minuten, während ums Eck Gelsenkirchen ein Torfestival feiert. Dadurch wird eure Stadt auch nicht schöner, denke ich noch in Furcht vor dem eigenen Scheitern, bis mir Jörg Wontorra und Waldemar Hartmann im Chor was von der Fünfjahreswertung ins Gedächtnis flüstern. Ist ja gut Jungs, Totschlagargument!

90 Minute plus drei, Abpfiff! Ich tanze in Fassungslosigkeit und bestelle aufgeregt eine Runde Korn. Gibtʻs nicht, nur Obstler. Dann lieber Sambucca. Kneifen hilft nicht, ist das noch mein Hannover? Und was macht eigentlich Thomas Brdaric? Egal, es kommen auch wieder schlechte Zeiten…

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Written by nilsn

26 August, 2011 at 14:47

Veröffentlicht in Soccer, Sport

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Heimatverbundenheit

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Ich wollte eigentlich ein lustigen Titel mit Heimweh kreieren, in Anlehnung an die Agentur von Hornbach. Die nennt sich ja Heimat, wäre daher ja ganz lustig gewesen – hätte nur nicht gepasst. Eigentlich bin ich neidisch, weil die sich irgendein Whatthefuck (ich mag diese Abkürzungen nicht, aber ausgeschrieben geht’s.) ausdenken und Hornbach nickt. Ist jetzt natürlich nur eine Dünnes-Eis-Annahme von Außen, aber wirkt so. Besonders bemerkenswert finde ich, dass die Spots alles andere als Platt sind und mit viel liebe zum Detail. Da darf man schon mal innerlich sein Werberherz jubeln lassen, wie ich finde. Ach ja, noch eine Frage am Schluss: Und ihr so?

 

Written by nilsn

4 August, 2011 at 18:10

Veröffentlicht in Viral

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Der Wahnsinn hat ein Gesicht

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In den meisten Werbespots wird der Kunde als netter und sympathischer Mensch dargestellt, der clever und intelligent ist. Klar, nur der taugt ja auch als Testimonial, denn er kauft schon da ein, wo sonst nur die Irren sind? So wird die durchschnittlich gut aussehende Hausfrau und Mutter vor dem Supermarkt nach ihrer Kaufentscheidung befragt, und wir sitzen da und glauben ihr.

Hornbach TV Spot – Wieviel Wahnsinn steckt in Dir?

youtube.com

Bei Hornbach ist das ein Kundenbild ein wenig anders, denn die sind alle wahnsinnig. Zumindest wenn man der aktuellen Faces Kampagne glauben schenkt. Hier wird der Heimwerkerwahnsinn in Zeitlupe zelebriert, und man sollte bloß nicht auf die Idee kommen es würde ohne Blut, Schweiß und Tränen funktionieren. Ich liebe jetzt nicht gerade das Heimwerkeln, und Baumärkte schon gar nicht. Für diesen Spot – und auch viele weitere von der Agentur Heimat – möchte ich den virtuellen Daumen nach Berlin zeigen. Sellten habe ich mich von Werbung so angesprochen und unterhalten gefühlt. Was ich allerdings weniger verstehe, warum man die Kampagne mit viel viralem Potential nicht ordentlich ins Netz verlängert?

Written by nilsn

4 April, 2010 at 15:27

Veröffentlicht in Advertising, Marketing, Viral

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